Deutscher Gewerkschaftsbund

31.07.2012

Produktivgenossenschaften als Forschungs- und Praxisfeld

Schweißer

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In öffentlichen und politischen Debatten kommen (Produktiv-)Genossenschaften seit kurzem wieder häufiger vor. Sie werden diskutiert als Wirtschaftsform, die weniger unter der wirtschaftlichen Krise leidet und die Standortverlagerungen weder androht noch vollzieht sowie als Möglichkeit zur Schaffung von Arbeitsplätzen für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen. KritikerInnen wie VerteidigerInnen des Sozialstaates betrachten sie als – willkommene oder gefürchtete – Lückenbüßer ehemals sozialstaatlicher Leistungen. Bei manchen VertreterInnen gesellschaftskritischer Positionen werden sie schließlich thematisiert als Form der kollektiven Selbsthilfe Arbeitsloser (Wir-eG), als Alternative zur Privatisierung kommunalen Eigentums, als innovativer Ansatz bürgerschaftlicher Teilhabe, als Form des Wirtschaftens nach alternativen Werten.

Die Belebung dieser Debatte geht einher mit neuen Formen alternativen Wirtschaftens, die seit der letzten großen Welle, den Alternativbetrieben der 1970/80er Jahre, entstanden sind. Gleichzeitig zeigen sich die verbleibenden Alternativbetriebe auch wieder offensiver in der Öffentlichkeit. Diese alternativen Wirtschaftsformen entstehen nicht nur im Dritten Sektor „gemeinnütziger bzw. zivilgesellschaftlicher Organisationen“ (Priller/Zimmer 2006, S. 17), der realwirtschaftlich von Gewicht ist und wissenschaftlich thematisiert wird, sondern auch als neue genossenschaftliche Ansätze in Form von Selbsthilfegenossenschaften (Flieger 2007b) oder als Teile einer „Solidarischen Ökonomie“ (Voß 2010). Diese sind bisher im Vergleich zu anderen Unternehmen quantitativ marginal und wissenschaftlich unterbelichtet.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber auch, dass Genossenschaften in die Diskussion oft eher undifferenziert als Stichwort wieder eingeführt werden. Dies zeigt sich beispielsweise an der Ignoranz gegenüber verschiedenen Versuchen, genossenschaftliche Prinzipien zu definieren, um diese Wirtschaftsform von anderen abzugrenzen, oder in der ungenauen Bezeichnung des Gegenstandes – bei der Genossenschaft gleichbedeutend mit Produktivgenossenschaft verwendet wird oder verschiedene Genossenschaftsformen (Produktiv-, Konsum-, Wohnungsbaugenossenschaften etc.) und -typen (Förder-, Produktiv- und Vollgenossenschaften) begrifflich zusammenfallen[1].

Weitere Probleme zeigen sich in der Rezeption genossenschaftlicher Konzepte und in der Analyse der derzeitigen genossenschaftlichen Unternehmen und Akteure in der Debatte um Wirtschaftsdemokratie. So führt beispielsweise Vilmar Produktivgenossenschaften als „älteste Struktur der Wirtschaftsdemokratie“ in sein Konzept von Wirtschaftsdemokratie ein – argumentiert aber zugleich, dass diese durch eine Kombination von verschärfter Gewerbeaufsicht und erweiterter Mitbestimmung auch ersetzt werden können (Vilmar 1999, S. 20). Krätke hingegen charakterisiert die gesamte Bewegung der Genossenschaften als Eckpfeiler einer demokratischen Wirtschaftsordnung und potentielle Basis eines sozialistischen Transformationsprozesses (Krätke 2008, S. 102 f.). Dies wird jedoch weder dem Selbstverständnis noch dem Handeln der Mehrzahl der Genossenschaftsmitglieder und der Genossenschaften als Akteure gerecht.

Doch wie ist es nun um die Genossenschaften und besonders die Produktivgenossenschaften in Deutschland bestellt? Die genossenschaftliche Landschaft in Deutschland ist gekennzeichnet durch ein Nebeneinander „liberaler“ Genossenschaften und Genossenschaftsforschung einerseits und alternativer oder „sozialreformerischer“ Genossenschaften[2] samt einer spezialisierten Teilöffentlichkeit andererseits.

Liberale Genossenschaften und genossenschaftliche Forschung

In quantitativer Hinsicht sind vor allem die liberalen Genossenschaften bedeutsam: Dietmar Berger, Vorstandsvorsitzender des „liberalen“ Fördervereins Hermann Schulze-Delitzsch, spricht bundesweit von 16,1 Millionen Mitgliedern der Kreditgenossenschaften, 2,1 Millionen Mitgliedern der verschiedenen Raiffeisen-Genossenschaften, 200.000 Mitgliedern gewerblicher Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften, 700.000 Mitgliedern der Konsum- und Dienstleistergenossenschaften und auf Sachsen beschränkt von 590.000 Mitgliedern der Wohnungsgenossenschaften (Berger 2008, S. 413 f.). Diese formalen Mitgliederzahlen geben allerdings keinen Aufschluss darüber, inwiefern bei den entsprechenden Organisationen in ihrer Wirtschaftspraxis von Genossenschaften gesprochen werden kann – im Sinne einer praktischen Realisierung genossenschaftlicher Prinzipien: Förder-, Identitäts-, Demokratieprinzip, Genossenschaftsgeist (Flieger 1996, S. 21-33) – und inwiefern den Mitgliedern ihre Rolle als GenossenschafterInnen bewusst ist und sie von ihnen aktiv wahrgenommen wird.

Die Forschung an den genossenschaftlichen Instituten, die es an einigen Universitäten weiterhin gibt, orientiert sich thematisch an den existierenden liberalen Genossenschaften. Sie forschen im Sinne einer Betriebswirtschaftslehre für die bestehenden liberalen Genossenschaften und blenden so die politische Dimension weitgehend aus[3]. Damit einher geht die Historisierung der sozialreformerischen Strömung der Genossenschaftsbewegung.

Das transportierte Selbstbild vieler liberaler Genossenschaftsmitglieder, -manager, -funktionäre, -förderer und -wissenschaftler betont sowohl die Distanz und Differenz zu rein profitorientierten Unternehmen als auch zu weltanschaulich-politischen Zielsetzungen. Leitbild wirtschaftlichen Handelns scheint sozial-verantwortliches Unternehmertum zu sein, wie es auch in Debatten um „Corporate Social Responsibility“ diskutiert wird. Dietmar Berger grenzt sich beispielsweise ausdrücklich von den „Genossenschaftsromantikern“ und „Sozialromantikern[4]“ ab, „die den ‚neuen‘ Genossenschaften die Lösung aller sozialen Probleme zuordnen“, und betont als Stärke der Genossenschaften das „zuverlässige Agieren der Wirtschaftsunternehmen Genossenschaft im eigenen Territorium auf lange Sicht“ (Berger 2008, S. 416-418).

Sozialreformerische Produktivgenossenschaften

„Sozialreformerische“ Genossenschaften hingegen sind bestrebt, gemeinwohlorientiert zu agieren, nicht „ausschließlich der wirtschaftlichen Besserstellung ihrer Mitglieder [zu] dienen“ (Elsen 2007, S. 276), sondern solche Ziele einzuschließen, „die weder unmittelbar noch mittelbar wirtschaftlich fördernd wirksam sind und mit einem rein ökonomistischen Verständnis des [genossenschaftlichen, SKC] Förderauftrages kollidieren“ (Flieger 2006, S. 58). Nach der einflussreichen Bestimmung von Mersmann und Novy verstehen sich sozialreformerische Genossenschaften darüber hinaus „als Substitute zu Privateigentum und Marktwirtschaft (‚Kooperation statt Konkurrenz‘, ‚Solidarismus')“ (Mersmann/Novy 1991, S. 29 f.).

Verlässliche statistische Daten über die Anzahl dieser Genossenschaften, speziell der Produktivgenossenschaften, und die dort tätigen Personen gibt es nicht. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass nicht alle die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (eG) nutzen, sondern aus verschiedenen Gründen auf andere Rechtsformen zurückgreifen, z.B. auf e.V. oder gGmbH (vgl. für die Motive Flieger 1984, 2007a). Zu vermuten ist, dass aktuell weitaus weniger sozialreformerische Genossenschaften existieren als in den 1970/80er Jahren.

Die dynamischste Entwicklung vollzieht sich zurzeit innerhalb der Bewegung der „Solidarischen Ökonomie“. Seit einigen Jahren sammeln sich unter diesem Begriff, der aus der lateinamerikanischen alternativökonomischen Diskussion stammt, sowohl sozialreformerische Produktivgenossenschaften als auch andere Formen alternativen Wirtschaftens wie Tauschringe, Regionalwährungen, fairer Handel, Energiegenossenschaften, Wohnprojekte (einen Überblick bietet: Voß 2010). Genossenschaften, verstanden als sozialreformerische Genossenschaften, kommt dabei in der wirtschaftlichen Praxis und den Diskussionen eine zentrale Rolle zu.

Offene Fragen

Weitere theoretische und empirische Forschungsergebnisse[5] zu diesen dynamischen Entwicklungen potenziell emanzipatorischer Gestaltung von Arbeit und Wirtschaft sind notwendig, sollen diese Potenziale so gut wie möglich ausgeschöpft werden. Weitere Erkenntnisse könnten einerseits von den Akteurinnen und Akteuren sozialreformerischer Genossenschaften und der „Solidarischen Ökonomie“ aufgegriffen und angeeignet werden sowie andererseits dazu beitragen, politische und akademische Perspektiven zu erweitern: Das gilt für (kritische) sozialwissenschaftliche Ansätze genauso wie für die Debatten um Wirtschaftsdemokratie, für die Bestimmung gewerkschaftlicher Positionen zu (sozialreformerischen) Genossenschaften wie für konzeptionelle und utopische Überlegungen der Richtung eines progressiven politischen Projektes. Sozialwissenschaftliche Forschung zu (Produktiv-) Genossenschaften müsste heute nicht bei Null anfangen, denn die reichhaltigen Studien zu den alternativen Betrieben der 1970er und 1980er Jahre sowie vereinzelte spätere Arbeiten (z.B. Flieger 1996; Plogstedt 2006) bieten Anknüpfungspunkte, die erschlossen werden können. Gleiches gilt für die internationale Forschung: In Frankreich, Italien, Spanien, Argentinien, Brasilien, Kanada und den USA existieren beispielsweise Forschungstraditionen, die sozialreformerische Aspekte von Genossenschaften thematisieren.

Bei dieser zukünftigen Forschungsarbeit sollten die emanzipatorischen Potenziale, aber auch die Widersprüche und Grenzen dieser Wirtschaftspraktiken vor dem Hintergrund einer kritischen Gesellschaftsanalyse untersucht werden.

Wichtige Themenfelder für die Forschung seien abschließend genannt:

(1) Aus meiner Perspektive scheint es interessant, die aktuell existierenden Projekte wahrzunehmen und akademisch sowie politisch zu diskutieren – besonders an Debatten um Wirtschaftsdemokratie könnte hierbei angeknüpft werden.

(2) Die genossenschaftliche Form der Demokratisierung der Wirtschaft wäre dabei stets auch unter dem Aspekt der Geschlechterdemokratie zu untersuchen. Um den egalitär-demokratischen Anspruch genossenschaftlichen Wirtschaftens umzusetzen, sollte gendersensible Forschung und Praxis Normalität werden.

(3) Dabei müsste sich eine kritische Forschung zu Genossenschaften die Grundlagen genossenschaftlichen Wirtschaftens erneut aneignen und mit angemessenen wissenschaftlichen Begriffen empirische Studien durchführen, um die demokratische Organisation der Arbeit, die Ziele, spezifischen Erfahrungen und die Lernprozesse der AkteurInnen sowie hemmende und fördernde Rahmenbedingungen produktivgenossenschaftlichen Wirtschaftens analysieren zu können

(4) Sie könnte weiterhin davon profitieren, historisch-vergleichend sowohl die Alternativbetriebe als auch die gewerkschaftliche Gemeinwirtschaft erneut in den Blick zu nehmen.

(5) Schließlich wären diejenigen Bereiche der Wirtschaft vertieft zu analysieren, in denen produktivgenossenschaftliches Wirtschaften besondere Chancen bietet. Bei anhaltenden Politiken der Privatisierung und der Einschränkung (der Qualität) Öffentlicher Dienste könnten personenbezogene soziale Dienstleistungen – Kinderbetreuung, Bildung, Pflege – in dieser Hinsicht strukturell (arbeitsintensiv, ortsgebunden, expandierend) als mögliches Wachstumsfeld infrage kommen. Auf theoretischer Ebene gewinnt damit beispielsweise die Frage an Aktualität: Wie stehen staatlich-öffentlich und genossenschaftlich organisierte Dienste und Einrichtungen einer „sozialen Infrastruktur“ zueinander?

 

Literatur

Berger, D. (2008): Das Genossenschaftswesen heute - eine Erfolgsgeschichte, in: Förderverein Hermann Schulze-Delitzsch (Hrsg.): Hermann Schulze-Delitzsch, Weg - Werk - Wirkung [Festschrift zum 200. Geburtstag am 29. August 2008]. Wiesbaden, S. 412–421

Bierbaum, H. (2011): Renaissance der Belegschaftsbetriebe? Zur Diskussion in den Gewerkschaften, in: Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis 3(3), S. 6 – 12

Blome-Drees, J. (2012): Wirtschaftliche Nachhaltigkeit statt Shareholder Value : das genossenschaftliche Geschäftsmodell, http://library.fes.de/pdf-files/wiso/08964.pdf (letzer Zugriff 10.6.2012)

Demirovic, A. (2011): „Wir können das besser“. Belegschaftseigentum, Demokratie und Transformation, in: Luxemburg. Gesellschaftsanalyse und linke Praxis 3 (3), S. 22 – 31

Elsen, S. (2007): Die Ökonomie des Gemeinwesens. Sozialpolitik und soziale Arbeit im Kontext von gesellschaftlicher Wertschöpfung und -verteilung, Weinheim

Exner, A./Kratzwald, B. (2012): Solidarische Ökonomie & Commons, Wien

Flieger, B. (Hrsg.) (1984): Produktivgenossenschaften. Oder der Hindernislauf zur Selbstverwaltung/Theorie, Erfahrungen und Gründungshilfen zu einer demokratischen Unternehmensform, unter Mitarbeit von Henry Kotek, München

Flieger, B. (1996): Produktivgenossenschaft als fortschrittsfähige Organisation, Theorie, Fallstudie, Handlungshilfen, Marburg

Flieger, B. (2006): Genossenschaften in Deutschland - Teil der Solidarischen Ökonomie, in: Altvater, A./Sekler, N. (Hrsg.): Solidarische Ökonomie. Reader des Wissenschaftlichen Beirats von Attac, Hamburg, S. 47–61

Flieger, B. (2007a): Das novellierte Genossenschaftsgesetz als Chance für die Sozialwirtschaft, in: Müller-Plantenberg, C./Nitsch, W./Schlosser, I./Loccumer Initiative (Hrsg.): Solidarische Ökonomie in Europa. Betriebe und regionale Entwicklung /Internationale Sommerschule in Imshausen, Kassel,S. 265–273

Flieger, B. (2007b): Selbsthilfegenossenschaften. Die Wir-eG: Arbeitsplätze durch unterstützte Gruppenselbsthilfe, in: Müller-Plantenberg, C./Nitsch, W./Schlosser, I./Loccumer Initiative (Hrsg.): Solidarische Ökonomie in Europa. Betriebe und regionale Entwicklung /Internationale Sommerschule in Imshausen, Kassel, S. 143–149

Grosskopf, W./Münkner, H.-H./Ringle, G. (2010): Our Co-op. Idea - Mission – Achievements, Neu-Ulm

Habermann, F. (2009): Halbinseln gegen den Strom. Anders leben und wirtschaften im Alltag, Königstein/Taunus

Hettlage, R. (2000): Genossenschaft, in: Schäfers, Bernhard (Hrsg.): Grundbegriffe der Soziologie. 6., überarb. Aufl., Opladen, S. 103–106

Kerber-Clasen, S. (2012): Produktivgenossenschaften und solidarische Ökonomie als Forschungs- und Praxisfeld, in: WSI Mitteilungen 4/2012, 281-288

Klemisch, H./Sack, K./Ehrsam, C. (2010): Betriebsübernahme durch Belegschaften – Eine aktuelle Bestandsaufnahme, http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2009 – 303 – 1-1.pdf (letzter Zugriff 4.11.2011)

Krätke, M. A. (2008): Über Wirtschaftsdemokratie, in: transform! Europäische Zeitschrift für kritisches Denken und politischen Dialog, H. 2, S. 93–103

Mersmann, A./Novy, K. (1991): Gewerkschaften, Genossenschaften, Gemeinwirtschaft. Hat eine Ökonomie der Solidarität eine Chance? Köln

Notz, G. (2010): Theorien alternativen Wirtschaftens. Fenster in eine andere Welt, Stuttgart

Plogstedt, S. (2006): Frauenbetriebe. Vom Kollektiv zur Einzelunternehmerin, Königstein/Taunus

Priller, E./Zimmer, A. (2006): Dritter Sektor: Arbeit als Engagement, in: Aus Politik und Zeitgeschichte, H. 12, S. 17–24

Vilmar, F. (1999): Wirtschaftsdemokratie - Zielbegriff einer alternativer Wirtschaftspolitik. Kritische Bilanz und Aktualität nach 40 Jahren, http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m3206.pdf (letzter Zugriff: 9.12.2011)

Voß, E. (2010): Wegweiser Solidarische Ökonomie. Anders wirtschaften ist möglich!, Neu-Ulm



[1] Die Bestimmung der verschiedenen Genossenschaftsformen und -typen diskutieren z.B. Mersmann/Novy (1991: 31-33, 92-99) sowie Hettlage (2000). Produktivgenossenschaften können nach Mersmann/Novy charakterisiert werden „als Wirtschaftsgemeinschaft zur Verwertung der Arbeitskraft“ – ArbeitnehmerInnen werden zugleich ihre eigenen ArbeitgeberInnen.

[2] Im historischen Rückblick (von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1933) wird in der Genossenschaftsforschung unterschieden zwischen liberalen, christlichen und sozialdemokratischen oder sozialreformerischen genossenschaftlichen Strömungen. Die liberale Orientierung zeigt sich heute beispielsweise in der unhinterfragten Akzeptanz marktwirtschaftlicher Prinzipien und einer entsprechenden effizienzgerichteten innerbetrieblichen Organisation.

[3] Ausnahmen sind beispielsweise die Arbeiten von von Grosskopf et al. (2010) und Blome-Drees (2012). Einen Überblick über die aktuelle Forschung bieten die Beiträge in der „Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen“.

[4] Diese Abwertung zielt vermutlich auf AkteurInnen der alternativen Betriebe, die teilweise (zu) große Hoffnungen in das Potenzial selbstverwalteten Wirtschaftens für die gesellschaftliche Entwicklung und die Lösung sozialer Probleme setzten.

[5] Für einen Überblick über aktuelle Forschungsergebnisse siehe: Kerber-Clasen 2012; zu einzelnen Facetten z.B. Klemisch et. al 2010, Bierbaum 2011 (Belegschaftübernahmen), Voß 2010, Exner/Kratzwald 2012 (Solidarische Ökonomie), Notz 2010 (Theorien alternativen Wirtschaftens), Habermann 2009, Notz 2010 (Geschlechterverhältnisse), Demirovic 2011 (demokratietheoretische Fragen).


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Stefan Kerber-Clasen
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