Deutscher Gewerkschaftsbund

23.07.2015

Perspektiven der Berufsbildung

Für eine gemeinsame Orientierung von beruflicher und hochschulischer Bildung

Straßenschild Ausbildung Beruf

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Die von Julian Nida-Rümelin entzündete Debatte für und wider die Akademisierung der Berufsbildung reißt nicht ab. Ob im Rundfunk, auf Veranstaltungen von Handwerkskammern oder Hochschulen, oder in der Presse: seine Thesen zur „Krise beruflicher und akademischer Bildung“ – so der Untertitel seines Buches – und die darauf aufbauenden Schlussfolgerungen werden ausgiebig diskutiert.

Die Krisendiagnose bezieht Nida-Rümelin neben anderen Faktoren auf ein Missverhältnis von beruflicher und akademischer Bildung: „Wenn diese (gemeint ist die Studienanfängerquote) sich wieder von derzeit über 50% auf ca. ein Drittel pro Jahrgang wie noch im Jahr 2000 reduzieren würde, täte dies sowohl der akademischen als auch der beruflichen Bildung gut und trüge zur Stabilisierung des akademischen und des nichtakademischen Arbeitsmarktes gleichermaßen bei.“ (Nida-Rümelin, 2014, S. 128). Folgerichtig setzt er sich nicht nur für die Beschränkung der universitären Bildung, sondern auch für die Stärkung der beruflichen Bildung ein.

Ganz anders nähert sich Martin Baethge vom Sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut (SOFI) in Göttingen dem Thema. Gemeinsam mit Markus Wieck spricht er in den Mitteilungen des SOFI von einem „Wendepunkt in der deutschen Bildungsgeschichte“. Den sehen sie 2013, als die Neuzugänge in der dualen Ausbildung mit 497.427 erstmals unter der Zahl der Studienanfänger (510.672) lagen. Allerdings teilt sich ein weiteres Drittel von ca. 500.000 Personen in etwa gleicher Größenordnung auf das Schulberufssystem und das sog. Übergangssystem auf, was für die Autoren aber vernachlässigbar sei. „Der Wandel zu einem neuen, stark wissensbasierten Ausbildungssystem erscheint unumkehrbar. In ihm werden die Institutionen und Governance-Formen der dualen Ausbildung allenfalls eine nachgeordnete Bedeutung haben“ (Baethge / Wieck, 2015, S. 5).

Forcierte Akademisierung versus „Zwei-Säulen-Bildung“

Die Akademisierungsdebatte ist von zwei Positionen geprägt.

Die erste Position unterstützt die zunehmende Akademisierung der Berufsausbildung. Sie orientiert sich an Entwicklungen in anderen Volkswirtschaften und Bildungssystemen und wird neben vielen anderen Institutionen vor allem von der OECD und der Europäischen Kommission vertreten.

Die zweite Position möchte das Studium am liebsten wieder zurückführen auf eine zahlenmäßig kleine Gruppe von Studierenden und die Universität an einem Leitbild exklusiver Wissenschaft ausrichten. Diese Position geht von einer klaren und systematischen Trennung von dualer Berufsbildung und hochschulischer Bildung aus. Vertreten wird sie u.a. vom konservativen Hochschullehrerverband.

Beide Positionen führen bildungs-, arbeitsmarkt- und sozialpolitisch in die Sackgasse und haben weitreichende Auswirkungen auf die Bildungs- und Erwerbschancen der abhängig Beschäftigten:

  1. Eine Hochschule der Wenigen forciert soziale Ausgrenzung. Die „Bildungsexpansion“, die seit den siebziger Jahren zu einem Zuwachs von Studierenden geführt hat, lässt sich nicht rückgängig machen.

  2. Die weitere Akademisierung führt zur Ausgrenzung der gering Qualifizierten. Unbestritten räumen die Vertreter der „Akademisierungsthese“ ein, dass die duale Berufsbildung mit einer zunehmenden „Verallgemeinerung“ von Studium und akademischen Abschluss zur „Hauptschule“ des Bildungssystems würde. Mit anderen Worten: das duale System würde die Gruppe sozial- und bildungsbenachteiligter Jugendlicher auffangen müssen.

  3. Es bliebe auch nicht ohne Konsequenzen, wenn die duale Berufsbildung als zentrales Sozialisationsmodell für Erwerbsarbeit an Bedeutung verlieren und an seine Stelle ein akademisch geprägter Bildungstyp treten würde.

  4. Zunehmende Akademisierung führt zu einem höheren Risiko unterwertiger Arbeit für hochschulisch qualifizierte ArbeitnehmerInnen. Die Erwerbslosigkeit und das Risiko unterwertiger, schlecht bezahlter Erwerbsarbeit unter Akademikern sind in den Ländern am größten, in denen auch die Akademikerquote hoch ist.

  5. Aus den vorliegenden Arbeitsmarktprojektionen lässt sich ableiten, dass beide Positionen den Anforderungen und Entwicklungen der Arbeitsmärkte nicht gerecht werden. Es wird in den nächsten Jahren unbestritten einen Zuwachs an akademisch qualifizierten Beschäftigten geben. Daher ist eine Hochschule der Wenigen auch keine Antwort auf künftige Arbeitsmarktbedarfe. Dennoch bleibt der Bedarf an Fachkräften in den nächsten Jahren vorrangig ein Bedarf an beruflich qualifizierten Beschäftigten.

  6. In der gegenwärtigen Debatte werden wichtige Widersprüche zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht oder zu wenig thematisiert. Noch immer bleiben einige Zehntausende Jugendliche jährlich ohne Berufsabschluss. Es gibt erhebliche Mängel und Kritik sowohl an der Qualität der dualen Ausbildung wie am Studium. Die Abbrecherzahlen sind in beiden Bereichen unverantwortlich hoch. Die Zahl der Ausbildungsplätze und die Zahl der ausbildenden Betriebe sind rückläufig. Der Hochschulzugang ist nach wie vor sozial höchst selektiv. Der sog. Dritte Bildungsweg für Berufserfahrene ohne Hochschulzugangsberechtigung setzt sich trotz maßvoller Wachstumsraten nicht durch.

Die gegenwärtige Debatte wird vor allem von der Konkurrenz zwischen den Bildungssystemen getragen. Wichtige Herausforderungen bleiben unbeantwortet. Was die Zukunft braucht, ist keine Konkurrenz zwischen Hochschul- und Berufsbildungssystem, sondern ein sinn- und planvolles Miteinander. Dazu muss die gegenwärtige Debatte um zwei Aspekte erweitert werden. Dies sind die weitergehende Ökonomisierung von Bildung und die Digitalisierung der Arbeit.

Ein neuer Bildungstypus? Ökonomisierung der Hochschule und Modularisierung der Ausbildung

Bildung wird zunehmend zur Ware. Die Ökonomisierung von Bildung steht aber auch in unmittelbarem Zusammenhang mit der Prekarisierung der Arbeit. Eine Ökonomie, die zunehmend auf die Selbstvermarktung der Beschäftigten setzt und dafür auch die Auflösung geregelter Beschäftigungsverhältnisse in Kauf nimmt, verliert auf Dauer nicht nur ihre durch Berufsbildung geschaffene Qualifikationsbasis, sondern im gleichen Zuge auch das Interesse an geordneter und strukturierter beruflicher Qualifizierung. Prekarisierung gefährdet Beruflichkeit. Dies trifft auf berufliche und akademische Bildung gleichermaßen zu.

Berufliche Bildung im Rahmen des Systems dualer Berufsausbildung findet an der Schnittstelle von ökonomischer Verwertung, abgebildet im Ausbildungsverhältnis mit den Betrieben, und (berufs-)bildungspolitischen Zielen und Normen, abgebildet in der Ausbildungsordnung, statt. Während sich einerseits belegen lässt, dass betrieblich-duales Lernen mit seinen Merkmalen des reflektierten Erfahrungswissen, der Lernortkooperation, der Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung und der umfassenden beruflichen Handlungskompetenz zukunftsfähig und -notwendig ist, lassen andererseits die Versuche nicht nach, berufliche Qualifizierung auf unmittelbar betriebliche Anforderungen zu reduzieren, ganzheitliche Ausbildungskonzepte durch modularisierte Strukturen zu ersetzen oder über das Instrument der Kompetenzmessung den Zusammenhang beruflichen Erfahrungslernens aufzulösen. Dies führt zu einer weitgehenden Erosion des Berufsverständnisses, wie es für Gewerkschaften wichtig ist.

Auch wenn der Bologna-Prozess als zentraler Prozess zur Ausgestaltung eines europäischen Hochschulraums nicht allein und ursächlich für die Prozesse der Ökonomisierung an Hochschulen verantwortlich gemacht werden sollte, kann man nicht umhin, die mit „Bologna“ verfolgten Strukturreformen in einen weitreichenden Prozess der zunehmenden Ökonomisierung des Hochschulsystems und der Anpassung der Lehre an die Anforderungen der Wirtschaft einzuordnen.

Anstatt „Employability“ (Beschäftigungsfähigkeit) zu einem Bezugspunkt der Gestaltung von Studium und Lehre zu machen, wie die Hochschulrektorenkonferenz, kann ein Verständnis des „Studiums als wissenschaftlicher Berufsbildung“, wie es im Hochschulpolitischen Programm des DGB vorgeschlagen wird, sowohl die notwendige Orientierung des Studiums auf spätere Berufspraxis wie auf die kritische Auseinandersetzung mit dieser Berufspraxis und ihre gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gewährleisten. Der Bezug auf Beruflichkeit ist Teil eines umfassenden, kritischen und wissenschaftsbezogenen Bildungsverständnisses.

Digitalisierung der Arbeit

Weitgehend fehlt bisher ein Blick auf die mit diesen Prozessen verbundenen Auswirkungen auf Arbeitsbedingungen und Qualifikationen. Gleichwohl lässt sich festhalten, dass Digitalisierung nicht selbstverständlich in gute Arbeit münden muss. Industriesoziologen wie Hartmut Hirsch-Kreinsen befürchten eine neue Hierarchisierung zwischen den Beschäftigtengruppen und eine Polarisierung in Bezug auf die Qualifikationsanforderungen.

Im Kontext der Diskussion über die Perspektiven von Beruflichkeit sind daher zwei Feststellungen bedeutend: Erstens hat auch Facharbeit, wie sich beispielhaft am Beruf des Produktionstechnologen zeigen lässt, in den neuen Produktionsverhältnissen ihren Platz und bildet die Basis für kooperative und hierarchiearme Arbeitsorganisationsmodelle; zweitens ist der mit Industrie 4.0 erforderliche Qualifikationstyp beileibe kein reiner „Wissenstyp“, sondern verlangt über die erforderlichen systemischen Kenntnisse hinaus zusätzliche Fertigkeiten und Erfahrungen, die sich nur über die Verbindung mit Erfahrungswissen ausbilden lassen (vgl. Pfeiffer 2014).

Erweiterte moderne Beruflichkeit – ein Bildungs- und Politikkonzept

Mit dem Leitbild „erweiterte moderne Beruflichkeit“ reagiert die IG Metall auf die zunehmend unfruchtbare Akademisierungsdebatte. Das Leitbild bezieht nicht Stellung für oder gegen die Akademisierung, sondern tendiert zu einem gemeinsamen Verständnis beruflicher Bildung im betrieblich-dualen wie im hochschulischen Bereich.

Die IG Metall erweitert ihre Konzeption von Beruflichkeit auf Studium und wissenschaftliche Weiterbildung. Sie stellt gemeinsame Prinzipien für die Gestaltung der Lernprozesse in der betrieblich-dualen und in der hochschulischen Berufsbildung zur Diskussion und legt damit auch den Grundstein für eine übergreifende und an einheitlichen Maßstäben ausgerichtete Berufsbildungspolitik. Das Konzept der Beruflichkeit ist dabei ein Gegenkonzept zur zunehmenden Ökonomisierung von Bildung und Hochschule. Es ist geeignet, die durch die Digitalisierung aufgeworfenen Qualifikationsfragen zu beantworten.

Das Leitbild zielt auf folgende Kernthemen:

  • die Stärkung von Beruflichkeit in Reaktion auf Prekarisierung und Taylorisierung;

  • die Weiterentwicklung von Beruflichkeit in Reaktion auf Akademisierung und Digitalisierung;

  • die Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit unter dem Aspekt der Bildungsungerechtigkeit und damit auch gegen die nach wie vor existente Abwertung der beruflichen Aus- und Fortbildung;

  • die Verankerung beruflichen Lernens im Studium in Reaktion auf den zunehmenden Anteil hochschulisch ausgebildeter Beschäftigter.

Das Leitbild versteht sich als „Bildungs“- und „Politikkonzept“.

Als Bildungskonzept stellt es eine Reihe von gemeinsamen Qualitätsmaßstäben zur Diskussion, die auf dem Verständnis der „modernen Beruflichkeit“ aufbauen. Die Merkmale dieses Konzepts sind die Auflösung von spezialisierten Einzelberufen zugunsten von sog. Kernberufen; die Arbeits- und Geschäftsprozessorientierung beruflichen Lernens, die Lernortkooperation, die Förderung der umfassenden beruflichen Handlungskompetenz und damit die Förderung selbstständigen Handelns und die Ausbildung von Gestaltungskompetenz.

Angesichts der veränderten Beschäftigungsbedingungen wird es für Lernende und Beschäftigte notwendig, individuelle Bildungswege, Karrieren und die eigene biografische Entwicklung bei freiwilligem oder erzwungenem Wechsel der Arbeitsstelle vorausschauend und selbstständig zu planen. Daher bekommen sog. biografische Kompetenzen mehr Bedeutung. Die Digitalisierung erfordert ein neues Verhältnis von Erfahrungs- und Wissenschaftsorientierung. Damit ist gesagt, dass ein allein kognitiver oder wissensbasierter Lernprozess nicht ausreicht, um die in der digitalen Arbeitswelt erforderlichen Handlungskompetenzen zu erwerben. Das fachwissenschaftliche Lernen im Studium muss durch berufliches Lernen ergänzt werden.

Begreift man das Leitbild als Politikkonzept, so stellt sich zunächst die Frage, wie sich die genannten Qualitätsdimensionen innerhalb des Bildungssystems umsetzen lassen. Für die allgemeinbildende Schule stellt sich die Frage nach den Zielen und den Rahmenbedingungen von Arbeitswelt- und Berufsorientierung. In der beruflichen Bildung werden sie helfen, ein noch relativ breites Verständnis von Beruflichkeit gegen die Modularisierung abzusichern. Überdies werden sie zur Weiterentwicklung von Berufen führen. Für die hochschulische Bildung können sie Anregung für die Gestaltung von Studienprogrammen sein. In Abgrenzung zur Employability leitet sich aus dem Konzept der Beruflichkeit die Befähigung zum kritischen Umgang mit Studieninhalten ab. Das Leitbild zielt auf neue Lernwege zwischen beruflicher und allgemeiner Bildung. Beispielsweise kann dem Ausbildungsberuf eine Fortbildung an der Hochschule folgen. Oder es lässt sich über den Erwerb von Zusatzqualifikationen der Weg ins Studium erleichtern. Das bildungspolitische Ziel ist die Gleichstellung der beruflichen Ausbildung mit dem Abitur.

Das Leitbild zielt auf mehr Durchlässigkeit und Gleichwertigkeit im Beschäftigungssystem. Längst ist es in vielen Ausbildungswerkstätten selbstverständlich, dass Auszubildende und dual Studierende neben-, von- und miteinander lernen. Für die Studierenden stellt sich die Frage, ob die Betriebe in der Gestaltung der Lernortkooperation überhaupt eine aktive und gestaltende Rolle einnehmen und ob Betriebsräte sowie Jugendvertreter daran beteiligt sind. Für Auszubildende stellt sich wiederum die Frage, ob Absolventen von Bachelorstudiengängen auf Arbeitsplätze rücken, die vormals Absolventen der dualen Ausbildung vorbehalten waren. Es ist höchst problematisch, wenn Betriebe einerseits die Zahl dualer Studierender erhöhen, zugleich aber die Zahl der Ausbildungsplätze zurückfahren. Es gibt inzwischen Unternehmen, in denen die kaufmännische Ausbildung zugunsten des dualen Betriebswirtschaftsstudiums eingestellt wurde. Zudem stellt sich die Frage, was nach der Ausbildung passiert. Nach wie vor ist das Risiko groß, dass nach der Ausbildung keine ausbildungsadäquaten Arbeitsplätze bereit stehen, noch immer gibt es zwischen AbsolventInnen von Aus- und Fortbildung und HochschulabsolventInnen keine gleichwertigen Fach- und Führungskarrieren.

Gute Arbeit und gute Bildung stehen in einem Wechselverhältnis. Es ist augenfällig, dass Arbeits-, Arbeitsmarkt- und Qualifikationspolitik unter neoliberalen Prämissen eine Zerfaserung nicht nur der Arbeitsverhältnisse Vorschub leistet, sondern auch die Zerfaserung von Bildung und Qualifizierung begünstigt. Vertragsarbeit benötigt kein Zusammenhangswissen und keine an der vollständigen Arbeitsaufgabe orientierte berufliche Bildung. Umgekehrt ist Beruflichkeit eine notwendige Voraussetzung zur Schaffung qualifikationsförderlicher Arbeit.

Deswegen hat gewerkschaftliche Berufsbildung zwei Aufgaben. Sie ist erstens Teil einer Politik gegen die Ausuferung prekärer Arbeit und hin zu einer (beruflich orientierten) Regulation der Arbeitsmärkte und sie ist zweitens Teil einer Arbeitspolitik für gute, belastungsarme und qualifikationsförderliche Arbeit. Das Konzept der Beruflichkeit kann folglich nur wirksam werden, wenn es eng mit Arbeits-, Arbeitsmarkt- und Tarifpolitik verbunden wird. Der neue Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie mit dem Recht auf Bildungsteilzeit ist hierfür ein gutes Beispiel.

Ob das Leitbild damit einen Beitrag leistet, die strukturelle und historisch verfestigte Trennung zwischen allgemeiner und beruflicher Bildung im Sinne ihrer Überwindung zu thematisieren (vgl. Kutscha 2015), ob es einen Beitrag zur Weiterentwicklung sowohl der beruflichen wie der hochschulischen Bildung leistet (vgl. Strauß 2015), ob es schrittweise und im Sinne einer ‚Konvergenzstrategie‘ die Weichen für ein neues wissenschaftsbasiertes Berufsbildungssystems stellt (Beraterkreis 2014), ist (noch) offen. Es stellt diese Thesen zur Diskussion. Sie sollen in den nächsten Monaten mit betrieblichen und gewerkschaftlichen Bildungsexperten, mit Vertretern der Hochschulen und des Berufsbildungssystems und auch mit Bildungsexperten auf der europäischen Ebene erörtert werden.

 

Literatur

Baethge, Marin / Wieck, Markus, Wendepunkt in der deutschen Bildungsgeschichte, in: Mitteilungen aus dem SOFI, Januar 2015

Hirsch-Kreinsen, Hartmut, Wandel von Produktionsarbeit – Industrie 4.0., in: WSI-Mitteilungen 6/2014, S. 421-429

IAB-Kurzbericht 9/2015

IG Metall Vorstand, Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik, Erweiterte moderne Beruflichkeit. Ein gemeinsames Leitbild für die betrieblich-duale und die hochschulische Berufsbildung. Diskussionspapier. November 2014 (www.wap.igmetall.de )

Kuda, Eva u.a., Akademisierung der Arbeitswelt? Zur Zukunft der beruflichen Bildung. Hamburg 2012

Kutscha, Günter, Akademisierung unter dem Anspruch erweiterter moderner Beruflichkeit. Ein Weg aus den Paradoxien der Bildungsreform. Vortrag auf der Internationalen Tagung der Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V. „Bildungsexpansion oder Akademikerwahn?“ am 23./24.01.2015. Für die überarbeitete Buchveröffentlichung angenommen unter dem Titel: Erweiterte moderne Beruflichkeit. Eine Alternative zum Mythos „Akademikerwahn“ und zur „Employability-Maxime“ des Bologna-Regimes (im Erscheinen).

Nida-Rümelin, Julian, Der Akademisierungswahn. Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung. Hamburg 2014

Pfeiffer, Sabine, Erfahrungswissen, oder: Von der Bedeutung des sinnlichen Lernens in der „Wissensgesellschaft“. In: Schröter, Welf (Hg.): Identität in der Virtualität. Einblicke in neue Arbeitswelten und ‚Industrie 4.0’. Mössingen,  2014, S. 188-195

Strauß, Jürgen, Erfahrungs- und Wissenschaftsorientierung – Gemeinsame und unterschiedliche Prinzipien des Lernens in betrieblich-dualer Ausbildung und im Studium, in: www.denk-doch-mal.de, Heft 1/2015, Beruflichkeit neu denken – ein Leitbild in der Diskussion

Urban, Hans-Jürgen, Beruflichkeit als Teil von gewerkschaftlicher Arbeits- und Bildungspolitik, in: www.denk-doch-mal.de , Heft 1/2015, Beruflichkeit neu denken – ein Leitbild in der Diskussion

Ver.di Vorstand, Bereich Weiterbildung / IG Metall Vorstand, Ressort Bildungs- und Qualifizierungspolitik (Hrsg.) Wissenschaftlicher Beraterkreis, BerufsBildungsPerspektiven 2014. Leitlinien für eine gemeinsame duale, schulische und hochschulische berufliche Bildung. April 2014

Wissenschaftsrat, Empfehlungen zur Gestaltung des Verhältnisses von beruflicher und akademischer Bildung, Darmstadt, April 2014


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Kurzprofil

Dr. Hans-Jürgen Urban
Geb. 1961 in Neuwied,
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied
der IG Metall
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