Deutscher Gewerkschaftsbund

01.03.2010

Prekarität, soziale Verunsicherung und Vereinzelung – die Rückkehr der sozialen Frage

Brot

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Bis in die 1970er-Jahre galt die soziale Frage, die Frage der politischen und sozialen Teilhabe der besitzlosen Massen von Arbeitenden, in den entwickelten kapitalistischen Gesellschaften gemeinhin als gelöst. Die Lösung lag in der „Einhegung des Marktes“ (Castel 2005, 133) durch Schritte der gesellschaftlichen Demokratisierung, der Anerkennung von Gewerkschaften, von Tarifverträgen und den Aufbau der europäischen Wohlfahrtsstaaten.

Heute, nach fast drei Jahrzehnten neoliberaler Gegenreformen, die Sozialabbau und deregulierte Arbeitsmärkte hervorgebracht und viele Menschen in existenzielle Not getrieben haben, rücken die Bedingungen der lebendigen Arbeit und die soziale Lage derer, die auf Erwerbsarbeit angewiesen sind, erneut in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten. Infolge des Abbaus wohlfahrtsstaatlicher Regulierungen bei gleichzeitiger Verschärfung des Steuer- oder Lohnkosten-Wettbewerbs zwischen den Staaten sind Armut und Prekarität zu Stichwörtern für soziale Instabilität und Zukunftsunsicherheit geworden. Viele Strukturen und soziale Mechanismen, die dabei eine Rolle spielen, sind nicht neu. Sie müssen jedoch im konkreten Zusammenhang mit der Gegenwartsgesellschaft in ihren Wirkungen neu analysiert werden. Daraus ergeben sich entsprechende Herausforderungen, vor denen eine kritische politische Bildung heute steht.

Reichtum, Arbeit und Armut – Die soziale Frage in der öffentlichen Debatte

Ab Mitte der 1970er-Jahre dominierte mit dem Neoliberalismus zunehmend eine Politik, die zwar „Chancen für alle“ (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) durch mehr Markt und weniger Sozialstaat versprach, im Ergebnis aber vor allem die soziale Ungleichheit vergrößert hat und das weltweit. So ist zwischen Anfang des 19. und Ende des 20. Jahrhunderts die Verteilung des Reichtums zwischen den armen und reichen Regionen der Erde nicht etwa geringer geworden, sondern hat sich vergrößert. Das Einkommen der reichsten Länder ist in dieser Zeit gegenüber dem der armen um rund das 24-Fache angewachsen. 15 % der Weltbevölkerung beanspruchen mittlerweile rund 80 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (vgl. Zinn 2006, 18; Reitzig 2005, 36 f.). Für viele Menschen in armen Regionen steigt der Existenzdruck und es kommt zu verstärkter (‚illegaler’) Migration auf der Suche nach Erwerbsarbeit (vgl. Zinn 2006, 25). Aber auch innerhalb der Industrieländer ist die soziale Ungleichheit gestiegen. So nahm in Deutschland zwischen 1991 und 2006 die Zahl der Haushalte mit einem mittleren Einkommen um 14 % ab (vgl. BöcklerImpuls 2008a): „Die Mittelschicht schrumpft. Entsprechend wachsen die Gruppen an den Rändern – die der relativ Armen ebenso wie die der relativ Reichen“ (ebd.).

Waren die Einkommen der Vorstände deutscher Unternehmen 1995 im Durchschnitt noch 36 mal so hoch wie die durchschnittlichen Einkommen der Beschäftigten, so lagen sie 2006 um das 160-Fache darüber (vgl. Beck/Meine 2007, 51). Die Vorstände der Deutschen Bank genehmigten sich innerhalb von zehn Jahren eine Steigerung ihrer Bezüge um 600 % (vgl. ebd.), während die Arbeitnehmer in Deutschland in annähernd demselben Zeitraum (1994-2005) Reallohnverluste um 0,9 % zu tragen hatten (vgl. Schulten 2005, 379). Doch die Managergehälter allein bilden nicht die Wirklichkeit des Reichtums ab. Im Jahr 2003 hatte sich die Zahl derer, die über ein Vermögen von mehr als 23 Millionen Euro verfügen mit 7.000 Personen gegenüber 1997 ungefähr verdoppelt. Ebenso stieg die Zahl der Superreichen, der Euro-Milliardäre, zwischen 2001 und 2006 von 54 auf 100 (vgl. Beck/Meine 2007, 22 ff.). Auf der anderen Seite steigt die Armut. Galten 1998 noch 12 % der Bevölkerung in Deutschland als arm, so stieg ihr Anteil bis 2005 auf 18 % (vgl. BöcklerImpuls 2008b, 4). Insbesondere die Armut unter Kindern nahm dramatisch zu. Nach Angaben des Deutschen Kinderhilfswerks (DKHW) „leben derzeit 2,5 Millionen Kinder deutschlandweit in Armut – weitere 2,5 Millionen hart an der Grenze zu Armut und sozialem Abstieg“ (Freitag Nr. 47, vom 23.11.2007). Es ist vielleicht ein beispielhafter Ausdruck dieser Ökonomie der wachsenden Ungleichheit, dass die drei reichsten Deutschen – die beiden ‚Aldi-Brüder’ Albrecht sowie der Eigentümer der Lidl-Kette Schwarz – ihr Vermögen mit Billig-Discountern gemacht haben, „in denen normalverdienende und arme Menschen regelmäßig nach Schnäppchen suchen, um über die Runden zu kommen“ (Beck/Meine 2007, 24 f.).

Dabei gerät eine wachsende Zahl von Menschen nicht nur deshalb in Armutslagen, weil sie von Erwerbsarbeit ausgeschlossen ist, vielmehr schlagen sich immer mehr Menschen als working poor durch, als arbeitende Arme. Rund 22 % aller Beschäftigten in Deutschland, d.h. ungefähr 6,5 Mio. Menschen, arbeiten inzwischen zu nicht existenzsichernden Niedriglöhnen, d.h. zu weniger als zwei Drittel des Durchschnittseinkommens (vgl. IAQ 2008). Darunter sind ca. 1,5 Mio. Menschen, die unter fünf Euro pro Stunde verdienen (vgl. Bosch/Weinkopf 2007, 287 ff.). Besonders häufig von Niedriglöhnen betroffen sind geringfügig Beschäftigte (‚Minijobs’). Auch ihre Zahl ist stark angestiegen – 2005: 6,6 Mio. Menschen. Rund 86 % aller Beschäftigten im Bereich der Minijobs arbeiten zu Niedriglöhnen. Zwischen 1995 und 2006 stieg der Umfang des Niedriglohnsektors um rund 43 % (vgl. IAQ 2008). Gefordert wurde seine Ausweitung in den 1990er-Jahren insbesondere mit dem Argument, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten für gering Qualifizierte zu schaffen (vgl. AG Benchmarking 1999, 16). Fakt ist jedoch, dass dort vielmehr der Anteil der Beschäftigten gewachsen ist, die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und zwar in nur einem Jahrzehnt (1995-2006) von ca. 59 % auf 78 % (vgl. IAQ 2008). Letztlich hat die Ausweitung des Niedriglohnsektors zu einer Senkung der Standards auf dem Arbeitsmarkt insgesamt geführt. Wo für junge und relativ gut ausgebildete Beschäftigte eine Tätigkeit zu Niedriglöhnen mitunter eine Übergangsphase darstellt, wird sie für andere – insbesondere Frauen – zunehmend zur Falle, aus der es kaum einen Ausweg gibt (vgl. Bosch/Weinkopf 2007, 291). Insgesamt geht die Zunahme dieser so genannten atypischen Arbeitsverhältnisse, zu der auch die Leiharbeit gehört, die seit Anfang der 1980er-Jahren um das 8-Fache angestiegen ist (vgl. Fuchs 2006, 11), mit einer Abnahme sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung einher. Spiegelbildlich zur schrumpfenden Mittelschicht gerät also auch das sie tragende ‚Normalarbeitsverhältnis’ unter Druck, d.h. jene Kombination aus unbefristetem Arbeitsvertrag mit existenzsicherndem Einkommen und rechtlicher wie sozialer Absicherung (vgl. ebd., 4). Bis eine breitere Öffentlichkeit diese Entwicklungen zur Kenntnis nahm, dauerte es eine Weile. Im Sommer 2006 rauschte es dann im Blätterwald der Feuilletons. Die Rede von einer „neuen Unterschicht“ in Deutschland machte die Runde (Die Zeit, Nr. 42, vom 13.10.2006). Auslöser war eine Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, der zufolge 61 % aller Deutschen der Meinung waren, es gäbe in ihrem Land „keine Mitte mehr (...), sondern nur noch ein Oben und ein Unten“ (Neugebauer 2007, 29). Fast die Hälfte befürchtete den eigenen Lebensstandard zukünftig nicht halten zu können (vgl. ebd., 28). Der Begriff der neuen Unterschicht bezog sich aber vor allem auf jene 8 % der Bevölkerung, den die Autorinnen und Autoren als „abgehängtes Prekariat“ bezeichneten (vgl. ebd., 68). Zugleich wurde damit der Ausdruck Prekarität (wieder) zu einem Begriff für unsichere und schlecht bezahlte Lohnarbeit (vgl. Fuchs 2006, 5).

Destabilisierung des Stabilen – Prekarität als Kern der sozialen Frage

Die wachsende Angst vieler Menschen vor dem sozialen Abstieg ist einer der Gründe dafür, dass die soziale Frage wieder verstärkt zum Gegenstand öffentlicher Debatten und sozialwissenschaftlicher Diskurse geworden ist (vgl. Dörre 2007a, 20). Zu den wichtigen sozialwissenschaftlichen Impulsen gehört dabei die Arbeit des Franzosen Robert Castel (2008) über die „Metamorphosen der sozialen Frage“. Neben Richard Sennett, Zygmunt Bauman und anderen zählt er zu jenen Autorinnen und Autoren der Gegenwart, die sich um eine Erneuerung der soziologischen Kritik des Kapitalismus bemühen, indem sie die ihm innewohnenden destruktiven Mechanismen und gesellschaftlichen Wirkungen analysieren (vgl. Peter 2009, 55). Castel zufolge wurde der Begriff Prekarität erstmals gegen Mitte des 19. Jahrhunderts verwendet, um die Schutzlosigkeit der damaligen Arbeitskräfte zu bezeichnen (vgl. Castel 2008, 195). Ihre „Verwundbarkeit ist ein sich über Jahrzehnte hinziehendes Wogen, das der Lage des einfachen Volkes den Stempel der Ungewissheit und ganz häufig des Unglücks aufgeprägt hat“ (ebd., 15). Die heutige Wiederkehr massenhafter Verwundbarkeit als Kern der sozialen Frage macht er an drei Punkten fest (vgl. ebd., 357 ff.). Erstens daran, dass eine Art Gegenbewegung zum Prozess sozialer Inklusion in Gang gesetzt wurde, die Castel als „Destabilisierung des Stabilen“ (ebd., 357) bezeichnet. D.h. Teilen der einst erfolgreich integrierten sozialen Schichten droht heute wieder der gesellschaftliche Abstieg. Zweitens an der Zunahme der prekären Beschäftigungsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt. Viele der hiervon betroffenen Menschen verlieren angesichts wachsender Unsicherheit und anhaltend hoher Massenarbeitslosigkeit eine Perspektive für die eigene Lebensplanung. Sie bricht sich an den Mängeln des Alltags und fördert auf diese Weise auch die Wiederkehr einer Kultur, in der das Prinzip des Zufalls die individuellen Lebenswege prägt. Drittens lassen Prekarisierung und Arbeitslosigkeit die Zahl derer wachsen, die von der Gesellschaft nur ihre Überzähligkeit und Nicht-Nützlichkeit erfahren. Die aus diesen Faktoren der sozialen Frage resultierenden Verhältnisse sind eine Herausforderung „welche die Fähigkeit einer Gesellschaft (dessen, was man in politischen Begriffen eine Nation nennt) auf die Probe bzw. in Frage stellt, als eine durch wechselseitige Abhängigkeitsbeziehungen verbundene Gesamtheit zu existieren“ (ebd., 17).

Prekarität und Zukunftsunsicherheit verbinden also die historische mit der gegenwärtigen Situation. Sie lassen für viele Menschen eine überwunden geglaubte soziale Lage wieder neu erstehen. Und tatsächlich ist Prekarität längst keine Erscheinung an den Rändern des Arbeitsmarktes mehr. Sie betrifft illegalisierte migrantische Putzfrauen, Sicherheitskräfte mit weniger als 4 € Stundenlohn, die befristete Kassiererin bei Lidl, wie den gut ausgebildeten, ostdeutschen Leiharbeiter im Ruhrgebiet oder den (schein)selbständigen Fernfahrer. Aber sie betrifft eben auch die (zwangs)mobilen Kurzzeit-Projektarbeiter in der IT-Industrie, freie Journalisten, selbständige Kulturschaffende oder Masseure, befristet beschäftigte Sozialarbeiterinnen und Wissenschaftler, die Bibliothekarin mit 1-€-Job oder das Computer-Proletariat in den Call-Centern“ (Candeias 2008, 122). Jedoch stehen die von Prekarität betroffenen Menschen nicht wirklich außerhalb der Gesellschaft, sondern existieren mitten in ihr. Castel versucht daher, die verbreitete statische Gegenüberstellung von ‚Ausgrenzung’ und ‚Teilhabe’ zu überwinden und den Blick für die dynamischen Wirkungen zu eröffnen, die soziale Desintegrationsprozesse im Zentrum der Gesellschaft auslösen (vgl. Hürtgen 2008, 115; Dörre 2007c, 24 f.). Denn Exklusion, also Ausgrenzung, kann nicht nur als Verlust von Sozialbeziehungen verstanden werden, sondern vielmehr als „eine Gesamtheit von besonderen Beziehungen zur Gesellschaft, verstanden als einem Ganzen“ (Castel 2008, 385). Castel schlägt daher vor, besser von Entkopplung zu sprechen, als einem Prozess, dessen Verläufe sich nachzeichnen lassen. Hierzu entwirft er ein Modell unterschiedlicher, im Verhältnis zur Erwerbsarbeit aber aufeinander bezogener Zonen. Diese geben Auskunft über die jeweiligen Möglichkeiten sozialer Teilhabe im Hinblick auf die Menschen, die sich ihnen zuordnen lassen. Das Modell der Zonen dient insofern zur Identifizierung „der Kohäsion einer gesellschaftlichen Ganzheit zu einem gegebenen Zeitpunkt“ (ebd., 13, vgl. zu Folgendem Kronauer 2007, 369 f.): In der Zone der Integration verfügen die Menschen über unbefristete und sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse in Voll- und Teilzeit sowie wirksame arbeits- und sozialrechtliche Schutzsysteme. Zudem ist die lebendige Arbeit in diesem Bereich durch Gewerkschaften verhältnismäßig stark repräsentiert, so dass kollektive Regelungen wie Tarifverträge den Warencharakter der Arbeit einschränken und die Gestaltbarkeit des eigenen Lebens durch die Minderung von Lebensrisiken erhöhen. In der Zone der Verwundbarkeit gehören wiederholte Befristungen von Arbeitsverhältnissen, Scheinselbständigkeit, Arbeitslosigkeit und Zukunftsunsicherheit, also Prekarität, zu den prägenden Erfahrungen. In der Zone der Entkoppelung sind die Menschen vom Zugang zu jedweder Erwerbsarbeit faktisch ausgeschlossen. „An die Stelle der Einbindung in wechselseitige Sozialbezüge, der aktiven Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, tritt immer stärker die einseitige Abhängigkeit von fremder, mit sozialer Kontrolle und Sanktionen verbundener institutioneller Hilfe.“ (Kronauer 2007, 370)

Der Soziologe Klaus Dörre (2007b, 15 ff.) hat dieses Modell auf Deutschland bezogen und weiter entwickelt. Nach seinen Ergebnissen leben in Deutschland rund 80,6 % der Menschen in der Zone der Integration. Hierzu gehört aber auch ein Teil, der sich als abstiegsgefährdet wahrnimmt (33,1 %). In der Zone der Prekarität existieren rund 13,8 % der Bevölkerung. Ein geringer Teil von diesen hofft auf den Aufstieg in die Zone der Integration (3,1 %), der Rest hat sich in der einen oder anderen Form in der Prekarität eingerichtet, ohne mit den Arbeitsverhältnissen zufrieden zu sein. In der Zone der Entkopplung leben rund 1,7 % der Menschen, von denen der Großteil in seiner Arbeits- und Einkommensorientierung nach wie vor auf den ersten Arbeitsmarkt fokussiert ist. Nur eine Minderheit hat diese Perspektive gänzlich aufgegeben und sich der vermeintlichen Chancenlosigkeit ergeben. „Wer in Deutschland im Sektor niedrig entlohnter, unsicherer und daher prekärer Beschäftigung landet“, so lautet sein Fazit, „der hat nur geringe Chancen, den Fahrstuhl noch oben zu besteigen, abwärts geht es dafür um so schneller“ (Dörre 2007a, 23 f.). Prekäres Leben heißt für die Betroffenen aber nicht nur Perspektivverlust, Einkommens- und Existenzunsicherheit. Hinzu kommt ein Mangel an sozialer Anerkennung und an sozialen Netzwerken, deren Nichtvorhanden sein die Gestaltung des Lebens zusätzlich erschwert (vgl. Candeias 2008, 121; Dörre 2007c, 19).

Wachsende Prekarität entfaltet ihre desintegrativen Wirkungen insbesondere in den für die soziale Stabilität besonders relevanten Mittelschichten. Denn viele prekär Beschäftigte streben weiterhin ein gesichertes (Normal)Arbeitsverhältnis an und sind dafür bereit, „Arbeitsbedingungen anzunehmen, die – mitunter weit – unter dem (vormals) üblichen Lohniveau liegen“ (Hürtgen 2008, 116). Die prekären Existenzen wirken so gleichzeitig als „ständige Mahnung an die Festangestellten“ (ebd.), die ihnen ihre Ersetzbarkeit bzw. eine Vorstellung der Konsequenzen sozialen Abstiegs vermitteln und allein dadurch „einen erhöhten Anpassungs- und Disziplinierungsdruck“ auslösen (ebd.). So erleben auch die Beschäftigten in der Zone der Integration die prekären Lebens- und Beschäftigungsverhältnisse um sie herum vielfach als starke Belastung, weil ihnen z. B. im Falle eins unverschuldeten Arbeitsplatzverlustes die Gefahr eines raschen sozialen Abstiegs droht. Insofern hat der Zustand der Verunsicherung „inzwischen selbst das Zentrum der im Vergleich noch immer überaus sicheren Gesellschaft der Bundesrepublik erfasst“ (Dörre 2007a, 19). Denjenigen mit Anpassungsschwierigkeiten an die forcierte Dynamik des Wandels droht ein Dasein als „Lohnsklaven der Weltwirtschaft“ (Castel 2005, 71) oder die Aussicht, „an den Nahtstellen einer sozialen Welt zu überleben, die ausschließlich nach Effizienz- und Leistungskriterien neu strukturiert wurde“ (ebd.).

Die Zunahme prekärer Verhältnisse wird beschleunigt durch einen Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik, bei dem sich zwei traditionelle Konzeptionen vermischen. Auf der einen Seite der – zumindest geschichtlich – klassisch-sozialdemokratische Gedanke, dass soziale Sicherheit in erster Linie eine Frage ausreichend vorhandener Arbeitsplätze ist. Auf der anderen Seite die marktliberale Vorstellung, dass mehr Beschäftigung nur durch den Abbau sozialstaatlicher Sicherungen zu erreichen ist, d.h. die Arbeitskraft und ihr Preis, die Löhne, sich nach Angebot und Nachfrage richten sollen. Herausgekommen ist dabei eine paradoxe Politik der „sozialen Entsicherung“ (Offe 2003, 810, Hervorhebung im Original), die sich in dem Satz zusammenfassen lässt: „Wenn wir soziale Sicherheit gewährleisten wollen, müssen wir sie partiell abschaffen“ (ebd.). Entkopplungsprozesse vermitteln sich so insbesondere über den mehr oder weniger vorhandenen Zugang der Einzelnen zum Sozialeigentum, also jenem System der kollektiven und institutionellen Absicherung gegenüber Lebensrisiken, „welches außerhalb der Sphäre von Privateigentum ein Leben in sozialer Sicherheit gewährleistet“ (Castel 2008, 264). Erst seine Durchsetzung ermöglichte es den einstmals Besitzlosen, deren Existenz am Verkauf ihrer Arbeitskraft hing, an Konsum, Kultur und Freizeit teilzuhaben. Es stellt insofern gleichzeitig ein Gegengewicht zur privaten Verfügungsmacht über die Produktionsmittel dar bzw. ist eine Grundlage der sozialen Freiheit (Befreiung des Menschen von Abhängigkeiten und Machtstrukturen), die in einem Spannungsverhältnis zur wirtschaftlichen Freiheit (Befreiung des Marktes von staatlichen Regulierungen) steht (vgl. Zinn 1999, 18 ff.). Dass Letzteres dominierend geworden ist, veranschaulicht vor allem, dass der Staat sich, entgegen anders lautender Parolen, nicht aus der Politik zurück gezogen hat. Er hat vielmehr einen Wandel vollzogen und zwar zu einer Politik, bei der die Verantwortung zur Absicherung gegen Lebensrisiken zunehmend wieder aus dem Rahmen kollektiver und staatlicher Regelungen herausgenommen und auf die Individuen zurück gewälzt bzw. zur Frage persönlicher Zahlungsbereitschaft und vor allem Zahlungsfähigkeit gemacht wird. Unter der Überschrift ‚Aktivierung und Eigenverantwortung’ erhöht die staatliche Sozialpolitik „den Erwartungsdruck auf das Individuum und verringert zugleich seine Chance, ihm entsprechen zu können“ (Urban 2005, 50 f.). Was sich hier vollzogen hat, ist ein Wandel von der Integration durch (Erwerbs-)Arbeit zu einer Phase erneuter Desintegration durch Markt und Wettbewerb. „Während geschützte Erwerbsarbeit als ein Privileg erscheint, das nur mittels Zugehörigkeit zur schrumpfenden ‚Zone der Integration’ zu verteidigen ist, zeichnet sich alles, was jenseits dieser Zone positioniert ist, durch Grade des Ausschlusses von materiellem Wohlstand, sozialer Sicherheit, reichen Sozialbeziehungen und politischer Teilhabe aus“ (Dörre 2007a, 25).

Soziale Frage und soziale Handlungsfähigkeit

Die Herausforderungen für positive gesellschaftliche Veränderungen beginnen mit einer Kritik an den Verhältnissen der Realität. Das betrifft den Wandel der Arbeitsverhältnisse ebenso wie ihre soziale Verunsicherungswirkung. In diesem Zusammenhang lassen sich drei Ansätze eingrenzen, die von zentraler Bedeutung sind: a) die Ebene von Herrschaftskritik, b) die gesellschaftliche Rolle und Bedeutung von Arbeit und c) die Schaffung von subjektiven Voraussetzungen emanzipatorischen Handelns.

a) Herrschaftskritik: Die Auseinandersetzung mit Prekarität als Kernelement der sozialen Frage ermöglicht es, die Gegenüberstellung von Exklusion und Inklusion, von Outsidern und Insidern zu überwinden und die herrschaftsstabilisierende Funktion von Ungleichheitspolitik und Prekarisierung zu identifizieren. Die zentralen Konfliktlinien verlaufen nicht zwischen Arbeitslosen und ‚Arbeitsplatzbesitzern’. Und es ist nicht der Wohlfahrtsstaat, der in einem solchen Sinne eine neue soziale Frage hervorgebracht hat, wie einige Konservative schon in den 1970er-Jahren erklärten (vgl. Dettling u.a. 1977, 50). Vielmehr hat erst sein Abbau wieder Prekarität und soziale Entkoppelung hervorgebracht (vgl. Dörre 2007a, 26). Zu dem ‚alten’ Problem der Arbeitslosigkeit, als herrschaftssicherndem „Angstrohstoff in der Gesellschaft“ (Negt 2001, 235) gesellt sich nun für viele Menschen die latente Angst vor dem sozialen Abstieg verschärfend hinzu. Der Soziologe Pierre Bourdieu hat diese Zusammenhänge prägnant zusammengefasst. Prekarität ist aus seiner Sicht „Teil einer neuartigen Herrschaftsform, die auf der Errichtung einer zum allgemeinen Dauerzustand gewordenen Unsicherheit fußt und das Ziel hat, die Arbeitnehmer zu Unterwerfung, zur Hinnahme ihrer Ausbeutung zu zwingen“ (Bourdieu 1998, 100). Durch die hohe Arbeitslosigkeit und die gesellschaftliche Breitenwirkung der Prekarisierung „wird Arbeit zu einem raren Gut, das man sich um jeden Preis herbeisehnt und das die Arbeitnehmer auf Gedeih und Verderb den Arbeitgebern ausliefert, welche denn auch die ihnen auf diese Weise gegebene Macht, wie man Tag für Tag sehen kann, gebührlich gebrauchen bzw. mißbrauchen. Die Konkurrenz um die Arbeit geht einher mit einer Konkurrenz bei der Arbeit, die jedoch im Grunde auch nur eine andere Form der Konkurrenz um die Arbeit ist, eine Arbeit, die man, mitunter um jeden Preis, gegen die Erpressung mit der angedrohten Entlassung bewahren muss“ (ebd., 98 f.). Statt der von Konservativen postulierten Freiheit und Eigenverantwortung dominiert inzwischen ein kruder Zwang zur Selbstvermarktung das soziale Leben (vgl. Mührel 2007, 21). Wenn jedoch auf der einen Seite eine wachsende Zahl von Menschen darunter leidet, keine oder bestenfalls eine prekäre Erwerbsarbeit zu haben, während der andere Teil der Menschen dadurch zu Mehrarbeit und größerer Arbeitsverdichtung und -entgrenzung getrieben wird, so dass sie unter der Last ihrer Erwerbsarbeit zunehmend leiden, dann haben wir es offenbar mit Verhältnissen zu tun, deren gesellschaftlicher Nutzen äußerst fragwürdig ist. Da sich auf diese Weise weder für die Mehrheit der Menschen Pfade zum ‚guten Leben‘ erschließen noch eine wohlfahrtstiftende gesamtwirtschaftliche Wirkung zu erkennen ist, scheint es angemessen zu fragen, ob es sich hier nicht um die Wiederkehr dessen handelt, was der Ökonom J. M. Keynes bereits 1936 als fehlgeleiteten Individualismus qualifizierte, vermittels dessen versucht werde, „das Problem der Arbeitslosigkeit auf Kosten der Leistungsfähigkeit und der Freiheit zu lösen“ (Keynes 1994, 321).

b) Rolle und Bedeutung von Arbeit: Die soziale Frage ist in der Geschichte wie in der Gegenwart immer auch eine Frage der Lohnarbeit und der Entwicklung ihrer Existenzbedingungen. Die Stärkung der lebendigen Arbeit gegenüber den Kräften des Marktes durch wohlfahrtsstaatliche Politik trug dazu bei, die sozialen Sicherungssysteme zu stärken, während umgekehrt die grassierende Prekarität zu sozialer Entsicherung führt (vgl. Castel 2008, 282). Dass dieser Zusammenhang wieder offenkundig wird, widerlegt zugleich die These von der abnehmenden Bedeutung der Erwerbsarbeit (vgl. Castel/Dörre 2009, 381; Kraemer/Speidel 2004, 368). Für den Großteil der Bevölkerung ist Erwerbsarbeit nach wie vor die entscheidende Basis, um den Lebensunterhalt zu bestreiten und am gesellschaftlichen Wohlstand zu partizipieren. „Der – immense – Unterschied im Vergleich zur zurückliegenden Epoche ist jedoch, daß die Arbeit vielleicht nicht ihre Bedeutung, dafür aber viel von ihrer Konsistenz verloren hat, aus der sich ihre schützende Macht zu einem Gutteil ableitete“ (Castel 2005, 117). Infolge dessen ist der Zugang zum bzw. Ausschluss vom Sozialeigentum zu einem „Strukturprinzip sozialer Ungleichheit“ (Dörre 2007a, 24) geworden. Die staatliche Sozialpolitik trägt dazu bei, dass die wachsende Produktivität der Arbeit, die ja eigentlich die Grundlage des gesellschaftlichen Reichtums darstellt, gegen die Arbeitenden selbst gewendet wird. „Der Arbeiter wird eine umso wohlfeilere Ware, je mehr Waren er schafft. Mit der Verwertung der Sachwelt nimmt die Entwertung der Menschenwelt in direktem Verhältnis zu.“ (Marx 1985, 511, Hervorhebung im Original) Und gerade weil die Menschenwelt nicht nur aus der Lohnarbeit besteht, sollte einer kritischen Perspektive der Blick auf das ‚Ganze der Arbeit’ nicht abhanden kommen. Denn die bezahlte Erwerbsarbeit – ob prekär oder nicht – ist nur ein Teil der gesellschaftlich insgesamt geleisteten Arbeit. Sie macht nur knapp mehr als ein Drittel davon aus (vgl. Statistisches Bundesamt 2004, 259). Die Alternative zur Hegemonie der deformierten Erwerbsarbeit kann daher – und schon aus Gründen des Umfangs gesellschaftlicher Arbeitsteilung – nicht die Nicht-Arbeit sein. Vielmehr gilt es, die gesellschaftlich anerkannten Arbeitsformen auszuweiten, denn viele der unbezahlten Formen von Arbeit, zu einem großen Teil von Frauen geleistet, wirken (zumindest) mittelbar produktivitätssteigernd oder -erhaltend. Dies ist der Nährboden der kulturellen Evolution von Gesellschaft, und Arbeit ist in diesem Sinne tatsächlich eine „historisch-fundamentale Kategorie“ (Negt 2001, 429), deren Gewicht angesichts der Globalisierung der Lohnarbeit eher zu- als abnimmt.

c) Handlungsfähigkeit: Der entscheidende Maßstab für Veränderung ist die Förderung der Handlungsfähigkeit von Menschen. Was die soziale Frage angeht, so kann sie zunächst einmal ermutigen, vermeintliche Sachzwänge (des Wettbewerbs, der Globalisierung, der leeren öffentlichen Kassen etc.) zu hinterfragen und so dazu beitragen, subjektive Gefühle des Ausgeliefertseins und der Ohnmacht zu überwinden. Und sie kann Alternativen aufzeigen. Hierzu gehört die Auseinandersetzung mit entsprechenden Vorschlägen ebenso, wie die Förderung eigener Vorstellungen von ‚guter Arbeit’ und ‚gutem Leben’. Die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes bspw. ist ein Vorschlag, um die Abwärtsspirale prekärer Arbeitsverhältnisse zu bremsen, der von über 70 % der Deutschen befürwortet wird (vgl. Dörre 2007b, 23 f.; Bosch/Weinkopf 2007, 308). Gerade anhand der Prekarisierung, die eben keine neue Erscheinung, sondern ein steter „Begleiter kapitalistischer Vergesellschaftung“ (Candeias 2008, 123) ist, wird die Bedeutung kollektiven Handelns deutlich. Denn je nach Lage der gesellschaftlichen Kräfteverhältnisse nimmt der Warencharakter der Arbeit zu und die Prekarität schwillt an oder sie wird zurück gedrängt und damit auch der Warencharakter der Arbeit. Dieser Prozess vollzog und vollzieht sich früher wie heute in einem internationalen Kontext. Insofern ist die heutige soziale Frage keine nationale Frage. Sie auf nationale Dimensionen zu reduzieren verkennt die tatsächlichen Trennungslinien. Diese verlaufen nicht zwischen Nationen oder – noch absurder – gar Leistungswilligen und -unwilligen. Sie ist vielmehr das Ergebnis unzureichend regulierter Märkte und entfesselter Profiterwartungen in einem System, das Ungleichheit in und zwischen den menschlichen Gesellschaften zugunsten weniger transnationaler Unternehmen und Eigentumsmächtigen hervorbringt. Die bestehenden Kräfteverhältnisse zu verändern und die wirtschaftliche Freiheit wieder in den Dienst menschlicher Emanzipation zu stellen, statt die Gesellschaft zum „Anhängsel des Marktes“ (Polanyi 1995, 88) zu degradieren, setzt voraus die Vereinzelung zu überwinden. (Selbst-)Organisierung ist die Voraussetzung kollektiven Handelns im „Kampf nicht nur gegen die eigene Ausbeutung, sondern für eine internationale Ordnung, die den Profit tatsächlich der Existenzsicherung aller unterordnet“ (Silver 2003, 224).

 

Der hier veröffentlichte Text erscheint in abgeänderter Form in: Bettina Lösch, Andreas Thimmel (Hrsg.) 2010: Kritische Politische Bildung. Ein Handbuch, reihe Politik und Bildung - Band 54, Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag

 

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Prof. Dr. Jörg Reitzig
geboren 1966 in Bremen
Professor für Gesellschaftswissenschaften am Fachbereich Sozial- und Gesundheitswesen der Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein
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